Wir haben hätten einen Masterplan für das Bachmatt-Areal.
Was würdest du als ❤️-Stück unserer Gemeinde bezeichnen (über welches die Gemeinde verfügen kann):
◻︎ Die Gemeindefinanzen
◻︎ Das Hallen- und Gartenbad
☑︎ Das Bachmatt-Areal
Da sind wir bei dir bzw. beim Bachmatt-Areal ✌️. Mitten im Zentrum von Nussbaumen, gut erschlossen, grün und ziemlich unverbaut. Aktuell aber vor allem als Parkplatz oder Guerilla-Eisfeld genutzt (siehe dazu auch den Beitrag Weniger Kies, mehr Lebensfreude).

Aber wusstest du, dass es einen Masterplan für die zukünftige Nutzung und Entwicklung des Areals gibt? Und sogar einen richtig Guten?
Der den Fokus auf den Erhalt bzw. die Aufwertung der Aussen- und Grünflächen, mehr Aufenthaltsqualität legt und trotzdem genügend Entwicklungsmöglichkeiten für Neu- und Erweiterungsbauten der Gemeinde bietet?
In Auftrag gegeben im Jahr 2017, entwickelt von der Planungskommission und 2021 vom Gemeinderat beschlossen und in Kraft gesetzt.
Nice, oder?

(Im Ernst, im Fall 🤩. Schau dir an, wie der Erhalt und Ausbau der zusammenhängenden Grün- und damit Aufenthalts- und Spielfläche im Vordergrund steht. Und wie mit den roten Flächen Raum für Neu- und Ausbauten der Gemeinde geschaffen wird.)
Nun könnte man meinen: Yes, beschlossen und damit in Umsetzung.
Aber: Es wurden seither weder grosse Würfe initiiert und geplant, noch die beiden empfohlenen Sofortmassnahmen in Angriff genommen. Dabei geht es um
- eine partielle Umwandlung des Kiesplatzes in einen Kiesrasen,
- die Aufwertung des Spielplatzes beim Schulhaus Bachmatt
Im Gegenteil:
- Nun stehen Schulcontainer auf dem Kiesplatz, abgetrennt durch eine weisse Wand
- Der Kiesplatz wurde dem Markthof als Ersatz-Parkplatz angeboten
- Der Neubau beim Kirchweg/Neuhaus ist Tatsache. Über Geschmack lässt sich streiten – aber wurde ein öffentlicher Durchgang zum Bachmatt-Areal oder eine aufwertende Begrünung eingefordert? Leider nein.
- Das Strübeli-Haus wird seit vielen Jahren nicht genutzt und es ist kein Plan in Sicht – auch nicht für eine begrenzte Zwischennutzung.
Die einzige umgesetzte Aufwertung – die Pflanzung von Bäumen entlang des Bächleins – ist aus einer privaten Initiative hervorgegangen.
Deshalb haben sich die SP (mit Marco Erni, dem ehemaligen Präsidenten der Planungskommission und Mitentwickler des Masterplans) und wir uns von der GLP entschieden, aus dem Master– einen Must-Plan zu machen 😉.
Wir möchten mit unserer Motion vom Gemeinderat das Commitment, dass er den Masterplan als Grundlage für eine zukünftige Planung verbindlich berücksichtigt und die darin genannten Ziele anerkennt. Und damit das Bachmatt-Areal nicht unkoordiniert und unkontrolliert genutzt und verbaut wird.
Für uns als Bewohnende dieser Gemeinde ist das von zentraler Wichtigkeit – im wahrsten Sinne der Worte.
Und als ersten konkreten Schritt wünschen wir uns die Umsetzung des Kiesrasens. Dabei wird ein Teil der Fläche des Kiesplatzes begrünt und mit einfachen Mitteln Aufenthaltsraum geschaffen, welcher zum Verweilen, Spielen und Geniessen einlädt. Und der Platz wäre weiterhin als Parkplatz nutzbar bei grossen Veranstaltungen ✌️. Kostenpunkt für den Kiesrasen: ca. CHF 10’000.-.
Schau, wie’s ausschauen könnt – da wärst auch dabei bei einer Runde Petanque, oder? 👍😎

(Die KI-Visualisierung zeigt auch Sitzgelegenheiten, Blumenbeete und Petanque-Bahnen, welche in diesem Budget nicht dabei sind – aber sie verbildlicht, wohin die Reise mit etwas Willen und Engagement gehen kann.)
Ein kleiner Nachtrag:
Der Gemeinderat empfiehlt die Motion zur Ablehnung. Aus folgenden Gründen:
- Es sei zu früh jetzt bereits eine Kiesrasen umzusetzen. Man müsse noch die Schulraumplanung abwarten (die eigentlich schon länger versprochen war) und
- dann schauen, wie ein allfälliger Schulhaus-Neubau und dessen Nutzung ausschauen könnte.
- Zudem sei noch offen, ob das Gemeindehaus erweitert werde, ein Ersatzbau für die Bibliothek nötig sei, was man sich überhaupt leisten könne, etc.
Mein Eindruck: Das führt ins planerische Neverland. Weil es noch Jahre (wenn nicht Jahrzehnte) dauert, bis alle Bedingungen erfüllt sind.
Vor allem aber, und das ist für uns wichtig, lenkt es von der eigentlichen Forderung ab. Von dem nämlich, was der Gemeinderat in seiner Begründung selbst sagt:

Genau weil das Areal für die Gemeinde so wichtig ist, soll es sinnvoll und vorausschauend genutzt und entwickelt werden. So wie es der zuvor vom Gemeinderat verabschiedete Masterplan vorsieht. Ist das zu viel verlangt?
Wir werden es sehen: Die Entscheidung dazu wird am 19. März im Einwohnerrat gefällt ✊.
Epilog 1: Wir haben die Motion angepasst, um auf die Argumente des Gemeinderates einzugehen. So soll die Schulraumplanung abgewartet werden, spätestens aber für das Budget 2028 ein Betrag von CHF 15’000.- für die Aufwertung des Kiesplatzes eingestellt werden.
Epilog 2: Die Motion wurde nicht überwiesen (11 Ja, 20 Nein, 6 Enthaltungen). Grosse Teile der SVP, FDP und Mitte wollen (vorerst) nichts unternehmen und stützen den Kurs des Gemeinderates. Ich bin gespannt, ob und wann überhaupt mal etwas unternommen wird. In den nächsten fünf Jahren? Kaum – das ist schade und einmal mehr eine verpasste Chance.
Dass es andere unkompliziert und ohne grosses Aufheben können, zeigt die Stadt Baden mit ihrem „alten“ Trafoplatz.
Schreibe einen Kommentar